Barny

Barny

Barny kam zuletzt, nach einer vormaligen erfolgreichen Vermittlung, als echter Rentner wegen des unerwarteten Todes seines Herrchens leider noch einmal ins Tierheim. Wir kannten ihn schon von seinem früheren Tierheimaufenthalt und hätten ihn schon damals gern zu uns genommen, was unsere damaligen Lebensumstände aber dann doch nicht zuließen. Deshalb hatten wir uns sehr für ihn gefreut, als es ihn dann doch auf anderem Wege in ein schönes neues Zuhause führte.

Dann schlug das Schicksal wieder zu und er landete mit inzwischen über vierzehn Jahren doch noch einmal im Tierheim. Unsere Lebensumstände hatten sich in der Zwischenzeit verändert und dieses Mal konnte er dann tatsächlich bei uns einziehen. Das war nur logisch, schließlich waren wir ja alte Freunde und da hilft man sich, wie es eben geht. Er war geistig noch sehr rege und schien sich tatsächlich auch noch ganz gut an uns zu erinnern, so dass er kaum Eingewöhnung brauchte, obwohl wir Menschen in den ersten Tagen tatsächlich so etwas wie einen Baby-Blues entwickelten und anfänglich unsererseits eine gewisse Reserviertheit zunächst, trotz aller Zuneigung, irgendwie nicht ganz abstreifen konnten. Er begegnete uns trotzdem einfach charmant, so dass auch das schnell überstanden war und auch gesundheitlich blühte er noch einmal richtig auf, so dass er trotz des fortgeschrittenen Rheumas noch einen letzten erstaunlich bewegungsfreudigen und schmerzarmen Frühling und Sommer erleben konnte. Auch seine chronische Ohrenentzündung bekamen wir im häuslichen Umfeld, schneller als erwartet, ganz gut in den Griff. Nach einem Zeckenbiss erlitt er im Frühjahr eine Anaplasmose, aber auch die überwand er glücklicherweise zügig und folgenlos.

Beinahe jeden Tag ging er im Kanal baden und obwohl er uns als etwas heikel im Umgang mit fremden Menschen beschrieben wurde und wir ihn selbst auch als gelegentlich skeptisch kennengelernt hatten, wurde er binnen kurzer Zeit mit wachsendem Vertrauen noch zu einem überraschend zugänglichen Hund, der sich oft schon bei der ersten Begegnung andere Hunde und ihre Menschen aktiv zu Freunden gemacht hat. Auch Katzen mochte er offensichtlich gern, aber die haben wiederum ihrerseits immer etwas Abstand gehalten, weil er da, bei aller Freundlichkeit, motorisch vielleicht doch etwas ungestüm rüberkam. Sein persönlicher Kumpel war aber ein kleiner, junger Parson Russell Terrier aus der Nachbarschaft. Eine auf den ersten Blick völlig unmögliche Freundschaft, aber Barny erwies sich da als gutmütiger, geduldiger und im besten Sinne leidensfähiger Opa und wenn es ihm doch mal zu viel wurde, dann hat er stets gesunde und gut lesbare Rückzugsstrategien gewählt und wir haben ihn bei Bedarf unterstützt, dass diese auch angemessen respektiert wurden.

Barny war schwarz mit weißen Pfoten und einer weißen Brust, aber im Dorf bekannt war er bald wie ein bunter Hund, und vor allem ebenso beliebt. Es ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen seitdem sein Rheuma sich nicht mehr unter Kontrolle hat bringen lassen und wir ihn in unserem Garten begraben haben, und Barny war am Ende nur knappe zehn Monate bei uns, aber es fragen immer noch Leute nach ihm und sind vielleicht traurig über sein Ableben, aber offenbar auch glücklich ihn kennengelernt zu haben.

Und ungefähr so geht es uns mittlerweile wohl auch. Es war eine schöne Zeit mit Barny und er hat das mit uns hoffentlich auch so empfunden. Er war ja schon weitgehend taub, deswegen hat er seine vielen Spitznamen nicht mehr gehört, aber einer dieser Spitznamen war Wors. Und als echter Wors hat er stets tapfer das Schloss der Prinzessin im Königreich Miploris bewacht. Und nachdem er diesen Auftrag erfüllt hat, ist er dort im Land-Fast-Noch-Wach, nun bei seinen Freunden im Königreich Miamas, dem Ort wo die Geschichten wohnen, also auch seine und unsere. Über sie wacht er nun und dafür kann es keinen Besseren geben.

„Man kann keinen besseren Freund haben als einen Wors!“ (Fredrik Backman)

Danke Barny!

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Vorgschichte:
Barny wurde von uns vor ca. fünf Jahren vermittelt. Wir dachten, er hat es geschafft und hat sein verdientes Happy End bekommen. Leider ist nun sein Herrchen verstorben und Barny ist mit inzwischen 14 Jahren wieder im Tierheim. Barny ist ein lieber Kerl, aber er hat gelernt sich durchzusetzen und zu entziehen, wenn ihm etwas unangenehm ist (zum Beispiel beim Tierarzt). Momentan hat der Rüde eine Ohrentzündung, die sicherlich länger behandelt werden muss. Mit viel Geduld und Spucke und Schweiß und noch mehr Geduld, lässt er sich Ohrentropfen verabreichen. (Er will nicht beißen, aber er mobilisiert alle Kräfte, um aus der Situation zu kommen – und mannomann, Kraft hat der alte Knopf).
Wenn man sich vorstellt wie schmerzhaft Ohrentzündungen sind, kann man ihn ja auch verstehen…
Ansonsten ist Barny körperlich noch sehr fit und liebt es spazieren zu gehen und durch den Auslauf zu schlendern. Aber der etwas schwerhörige Rentner schläft auch sehr viel und genießt Ruhe und Streicheleinheiten.